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Im Gedenken an unseren Gründer, 100 Jahre (1926–2018): Die Vision hinterder Englischen Rose

Fortsetzung unserer Centenary-Betrachtungen

In den Tagen nach dem hundertsten Geburtstag von David C. H. Austin am 16. Februar erscheint es passend, eingehender darüber nachzudenken, wie er arbeitete und weshalb sein Einfluss fortbesteht.

David verstand die Rosenzüchtung als einen langen, bedachtsamen Prozess. Von der ersten Kreuzung bis zur endgültigen Einführung konnte eine einzelne Rose zehn Jahre oder mehr benötigen. Jede Saison brachte neue Sämlinge hervor, von denen die meisten still und leise beiseitegelegt wurden. Er beobachtete aufmerksam, lernte, wie sich eine Rose öffnete, wie sie alterte, wie sich ihr Duft entwickelte und wie sich die Pflanze im Laufe der Zeit verhielt. Oft sah man ihn durch die Versuchsfelder gehen, über einen Sämling innehalten und dessen Charakter und Potenzial notieren.

Diese Achtsamkeit prägte den Charakter der Englischen Rosen. David lag viel daran, wie eine Rose im Garten wirkte und welche Gefühle sie auslöste. Er war überzeugt, dass eine Rose eine Freude im täglichen Leben sein sollte, nicht nur etwas, das man aus der Ferne bewundert. Duft war wesentlich, ebenso Ausgewogenheit, Sanftheit und ein Eindruck natürlicher Harmonie.

Ein entscheidender Moment kam 1983, als David Englische Rosen auf der RHS Chelsea Flower Show präsentierte. Die Resonanz war unmittelbar und begeistert. Rosen wie Graham Thomas zogen große Aufmerksamkeit auf sich und bestätigten, dass seine lang gehegte Vision weit über seine eigenen Felder in Shropshire hinaus Anklang fand. Von diesem Zeitpunkt an fanden Englische Rosen ihren Weg in Gärten rund um die Welt.

Trotz internationaler Anerkennung blieb David bescheiden. Wer mit ihm arbeitete, erinnert sich an seine Freundlichkeit, seinen stillen Humor und seine Bereitschaft zuzuhören. Inspiration fand er in Literatur, Geschichte und Landschaft, und häufig benannte er Rosen nach Menschen und Orten, die er bewunderte. Seine Neugier blieb ungebrochen, ebenso seine Freude daran, zu sehen, wie eine Rose ihren Charakter offenbarte.

David verstarb 2018, doch sein Werk wächst weiter. Seine Rosen schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ehren die Tradition und öffnen sich zugleich neuen Möglichkeiten. Während sich dieses Centenary-Jahr entfaltet, lebt sein Vermächtnis nicht nur in den von ihm geschaffenen Sorten fort, sondern auch in den Werten, die er verkörperte: Geduld, Bescheidenheit und der Glaube, dass Schönheit – wenn man ihr Zeit lässt – stets ihren Weg finden wird.

In diesem Sommer wird ein kurzer Film Teil dieser Centenary-Betrachtungen sein – eine weitere Gelegenheit, innezuhalten, sich an David zu erinnern und die stille Freude zu feiern, die er in den Rosen fand.

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