Der sanfte Übergang
Der Wechsel der Jahreszeiten geschieht selten plötzlich. Zuerst verändert sich das Licht. Es verweilt länger am Nachmittag und trägt eine neue, kaum merkliche Wärme in sich. Die Luft, einst klar und streng, wird milder. Noch bevor sichtbares Wachstum einsetzt, fühlt sich die Stimmung des Gartens verändert an. Hier beginnt die Erneuerung.
Das Wachstum kehrt zurück
In Beeten und Rabatten regen sich die ersten Zeichen. Frische Triebe durchbrechen die Erde. Zweige, die leblos schienen, offenbaren schwellende Knospen. Die Farben, monatelang gedämpft, gewinnen allmählich an Tiefe und Nuance. Es ist kein Neubeginn, sondern eine Fortsetzung. Der Garten findet zurück in seinen Rhythmus.
Die Rosen erwachen
Rosen, so geduldig während der kalten Monate, zeigen ihr Erwachen mit besonderer Anmut. Neue Triebe erscheinen, oft bronzefarben oder rötlich schimmernd. Blätter öffnen sich. Die klare Struktur wird wieder von Bewegung begleitet. Bald folgen Knospen, klein, vollkommen, voller stiller Verheißung.
Eine Zeit der Erwartung
Der Frühling trägt eine eigene Form der Vorfreude in sich. Nicht die Fülle des Sommers, sondern dessen Versprechen. Jeder Tag bringt feine Veränderungen. Etwas mehr Wachstum, etwas mehr Farbe, etwas mehr Leben. Der Garten wirkt gesammelt, als bereite er sich auf kommende Üppigkeit vor.
Die Rückkehr ins Freie
Mit den wärmeren Tagen kehrt auch die Einladung zurück, den Garten wieder bewusst zu betreten. Wege locken. Der Boden erwärmt sich unter der Hand. Arbeiten, die aufgeschoben wurden, werden erneut zu stillen Freuden. Pflegen, pflanzen, beobachten. Auch der Gärtner findet sanft in die Bewegung zurück.
Licht, Wärme und Zeit
Was diese Jahreszeit prägt, ist nicht das Spektakel, sondern das Zusammenspiel. Das Licht dehnt sich. Die Wärme wächst. Die Zeit, ruhig und gleichmäßig, lässt das Leben in seinem eigenen Tempo sichtbar werden. Die Verwandlung geschieht allmählich und ist doch tief spürbar.
Die Schönheit erhebt sich
Der Garten öffnet sich von Neuem. Blätter leuchten. Knospen lösen sich. Düfte sammeln sich in der Luft. Der Frühling verkündet sich nicht laut. Er entfaltet sich. Die Schönheit erhebt sich.















