Kletter- und Ramblerrosen an einer Pergola
Im Frühsommer ist von der eigentlichen Konstruktion einer mit Rosen bewachsenen Pergola oft kaum noch etwas zu sehen. Kräftige Pfosten verschwinden hinter üppigem Grün, Blüten zeigen sich auf Augenhöhe und hoch oben wandern lange Triebe von Balken zu Balken, begleitet von lockeren Blütenbüscheln. An warmen Tagen liegt Rosenduft unter dem Blätterdach, während herabgefallene Blütenblätter den Weg säumen.
Eine Pergola bietet Kletter- und Ramblerrosen den nötigen Raum, um ihren ganz unterschiedlichen Charakter auf schönste Weise zu entfalten. Kompaktere Kletterrosen können die senkrechten Pfosten mit immer wieder neuen Blüten schmücken, während eine kräftig wachsende Ramblerrose weiter in die Höhe streben und sich in einer großzügigen Blütenfülle über das Dach ausbreiten darf. Gemeinsam gepflanzt entsteht ein üppiges Bild, bei dem Rosen vom unteren Bereich bis weit über den Kopf hinaus blühen.
Entscheidend sind die richtige Auswahl der Rosen und vor allem die Art und Weise, wie ihre Triebe geleitet werden.
Kletterrose, Ramblerrose oder beides?
Sowohl Kletter- als auch Ramblerrosen eignen sich wunderbar für Pergolen. Und es gibt keinen Grund, sich für nur eine von beiden zu entscheiden.
Eine besonders wirkungsvolle Möglichkeit, eine größere Pergola mit Rosen zu begrünen, besteht darin, kompaktere Kletterrosen an den Pfosten wachsen zu lassen. Dort lassen sich ihre Blüten aus nächster Nähe genießen. Eine stärker wachsende Ramblerrose kann dagegen weiter nach oben und über das Dach der Pergola geleitet werden.
Die Kletterrosen bringen Farbe, Duft und wiederkehrende Blüten in die unteren und mittleren Bereiche der Konstruktion. Darüber darf sich die Ramblerrose etwas freier entfalten. Ihre langen Triebe wandern über die Balken und bilden mit der Zeit ein großzügiges Dach aus Laub und Blüten.
Zusammen entsteht ein besonders üppiger Eindruck. Beim Gang unter der Pergola begegnen einem die Rosen auf Augenhöhe, während sich eine weitere Blütenschicht sanft über den Köpfen ausbreitet.
Kletterrosen haben im Allgemeinen größere Blüten und viele von ihnen blühen öfter, sodass sie vom Frühsommer bis in den Herbst hinein mehrere Blütenschübe hervorbringen. Ramblerrosen besitzen meist längere, biegsamere Triebe und einen lockereren Wuchs. Dadurch eignen sie sich besonders gut, um größere Konstruktionen zu überspannen.
Am wichtigsten ist es, die endgültige Größe und Wuchskraft jeder Rose auf den Bereich der Pergola abzustimmen, den sie später bedecken soll.
Eine Pergola mit Rosen gestalten
Bei einer schön mit Rosen bewachsenen Pergola geht es nicht einfach darum, die Triebe möglichst schnell bis ganz nach oben zu führen.
Werden alle kräftigen Triebe gerade nach oben geleitet, konzentriert sich die Blütenfülle naturgemäß stärker auf den oberen Teil der Konstruktion. So kann zwar ein herrliches Blütendach entstehen, auf Augenhöhe bleiben jedoch möglicherweise nur wenige Rosen.
Betrachten Sie die Pergola stattdessen in verschiedenen Ebenen.
Kompaktere Kletterrosen eignen sich wunderbar dazu, die senkrechten Pfosten zu bekleiden. Ihre Triebe können behutsam um die unteren und mittleren Bereiche der Pfosten geführt werden, sodass sich entlang ihrer gesamten Länge blühende Seitentriebe entwickeln können.
Kräftigere Triebe, insbesondere die einer Ramblerrose, dürfen dagegen weiter nach oben wachsen, bevor sie über die oberen Balken geführt werden.
So wirkt die Pergola nicht einfach nur bewachsen, sondern regelrecht in Rosen gekleidet. Blüten schmücken die Pfosten, füllen die mittleren Bereiche und breiten sich schließlich frei über das Dach aus.
Den Hauseingang einrahmen
Ein wenig Sorgfalt beim Pflanzen schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass sich die Rosen gut entwickeln.
1. Den richtigen Standort wählen
Rosen lieben einen nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden und ausreichend Licht. Lassen Sie rund um jede Pflanze genügend Platz, damit sie sich gut etablieren kann. Bedenken Sie auch, dass der Boden unmittelbar neben einer größeren Konstruktion manchmal vergleichsweise trocken sein kann.
2. Den Boden sorgfältig vorbereiten
Lockern Sie den Boden im Pflanzbereich gründlich auf und arbeiten Sie bei Bedarf gut verrottetes organisches Material ein. Ziel ist ein großzügig vorbereiteter Bereich mit guter Erde, in dem sich die neuen Wurzeln leicht ausbreiten können.
3. Die Rose zur Pergola hin ausrichten
Pflanzen Sie die Rose so, dass ihre Triebe bereits leicht in Richtung des Pfostens zeigen. So müssen die neuen Triebe später nicht abrupt umgelenkt werden. Zu Beginn kann ein kurzer Pflanzstab dabei helfen, den Abstand zwischen Rose und dauerhafter Rankhilfe zu überbrücken.
4. Pflanzen, Erde andrücken und wässern
Setzen Sie die Rose sorgfältig in das vorbereitete Pflanzloch, füllen Sie es mit Erde auf und drücken Sie diese rund um die Pflanze vorsichtig an. Anschließend gründlich wässern, damit sich die Erde gut um die Wurzeln legt.
5. Von Anfang an mit dem Leiten der Triebe beginnen
Kletter- und Ramblerrosen halten sich nicht von selbst an einer Konstruktion fest. Ihre Triebe müssen daher angebunden werden. Verwenden Sie geeignete Drähte oder andere Rankhilfen an den Pfosten der Pergola und befestigen Sie die Triebe locker mit weichen Pflanzenbindern. Lassen Sie dabei ausreichend Platz, damit die Triebe mit zunehmendem Alter dicker werden können.
Junge Triebe sind wunderbar biegsam. Werden sie geleitet,solange sie noch weich sind, lässt sich das spätere Gerüst der Rose wesentlichleichter gestalten.
Das Geheimnis für Blüten von unten bis oben
Rosen haben von Natur aus den Drang, nach oben zu wachsen. Überlässt man kräftige Triebe ganz sich selbst, können sie rasch bis zum Dach einer Pergola wachsen, bevor sich im unteren Bereich viele Blüten bilden.
Indem die Triebe nicht ausschließlich senkrecht nach oben geleitet werden, lässt sich dies beeinflussen.
Statt jeden Trieb einer Kletterrose gerade an einem Pfosten hochzuführen, können längere Triebe nach Möglichkeit um den Pfosten herum oder diagonal daran entlang geleitet werden. Dadurch verlaufen größere Teile des Triebes annähernd waagerecht, was die Bildung blühender Seitentriebe entlang seiner Länge fördert.
Stellen Sie sich vor, Sie kleiden die Pergola mit Rosen, anstatt lediglich zu versuchen, möglichst schnell ihr Dach zu erreichen.
Ein Trieb kann um den unteren Bereich eines Pfostens geführt werden, ein anderer füllt die Mitte. Ein besonders kräftiger Trieb darf höher wachsen, bevor er in eine andere Richtung weitergeleitet wird.
Wächst neben den Kletterrosen auch eine Ramblerrose, können deren längste Triebe die obere Ebene übernehmen. Sie werden zu den Querbalken geführt und breiten sich von dort über das Dach aus.
Mit der Zeit verschwindet das Gerüst unter Laub und Blüten. Doch gerade das sorgfältige Leiten der darunterliegenden Triebe ist es, das diese üppige Blütenfülle von unten bis oben ermöglicht.
Mit Clematis die Blütezeit verlängern
Kaum eine Begleitpflanze passt so natürlich zu einer mit Rosen bewachsenen Pergola wie die Clematis.
Ihre schlanken Triebe können sich zwischen den Rosenzweigen hindurchwinden, sodass ihre Blüten beinahe zwischen dem Laub zu schweben scheinen. Vor allem aber lässt sich mit einer Clematis, die zu einem anderen Zeitpunkt blüht, die Blütensaison der Pergola weit über die Hauptblüte der Rosen hinaus verlängern.
Eine früh blühende Clematis kann die Saison eröffnen, noch bevor die Rosen ihren Höhepunkt erreichen. Ihre ersten Farbtupfer erscheinen, während die Knospen der Rosen gerade anschwellen.
Alternativ kann eine später blühende Sorte übernehmen, wenn die erste große Rosenblüte langsam nachlässt. So bleibt die Pergola den Sommer hindurch und bei manchen Sorten sogar bis in den frühen Herbst hinein farbenfroh.
Besonders schöne Kombinationen entstehen häufig durch Kontraste statt durch eine perfekte farbliche Übereinstimmung. Eine dunkelviolette Clematis, die sich durch eine zartrosa Rose zieht, verleiht der Pflanzung Tiefe. Hellblaue oder lavendelfarbene Blüten können wärmere Rosentöne sanft ausgleichen, während weiße Clematisblüten wie kleine Lichtpunkte zwischen kräftigem Grün erscheinen.
Teilen Rose und Clematis denselben Pfosten, sollten beide Pflanzen am Boden ausreichend Platz erhalten. Leiten Sie die Clematis während ihrer Entwicklung vorsichtig zum Gerüst der Rose. Ist sie erst einmal etabliert, findet sie zunehmend ihren eigenen Weg zwischen den Trieben.
Dabei soll die Clematis die Rose nicht unter sich verbergen. Vielmehr dürfen sich beide Pflanzen leicht miteinander verweben. Die eine beginnt zu blühen, während die andere eine Pause einlegt, und für einen kurzen, besonders schönen Augenblick stehen vielleicht sogar beide gleichzeitig in voller Blüte.
Ein Garten unter Rosen
Eine mit Rosen bewachsene Pergola ist mehr als eine Rankhilfe. Sie verleiht dem Garten eine weitere Dimension.
Aus der Ferne zieht sie den Blick tiefer in den Garten hinein. Ihre Pfosten verschwinden im Grün und das Dach wird von Blüten weich umzeichnet. Tritt man näher, verändert sich die Atmosphäre. Rosen lassen sich auf Augenhöhe bewundern, ihr Duft sammelt sich unter dem Blätterdach, Blütenblätter fallen auf den Weg und zwischen dem Laub erscheinen unerwartet die Blüten der Clematis.
Und mit jedem Jahr wird das Bild schöner.
Jede Saison bringt kräftigere Triebe, die über einen weiteren Balken geführt werden können, eine weitere Ecke, deren harte Linien hinter Laub verschwinden, und neue Stellen, die sich mit Blüten füllen. Die kompakteren Kletterrosen schmücken die Pfosten, während sich die Ramblerrose weit über den Köpfen ausbreitet und die Clematis die Blütenpracht sanft von einer Jahreszeit in die nächste trägt.















