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Eine Rose für Burns Night: Rosa spinosissima und die Seele Schottlands

Manche Rosen scheinen wie geschaffen für geschützte Beete und warme, sanfte Sommer. Rosa spinosissima ist anders. Sie gehört an rauere Orte, wo der Wind die Pflanzen ebenso formt wie der Gärtner.

Rosa spinosissima, oft auch als Schottische Rose oder Bibernellrose bekannt, ist eine solche Rose.

Sie wächst niedrig und kräftig, bildet dichte Bestände aus stark bestachelten Trieben und trägt kleines, ordentliches Laub. Nichts an ihr wirkt übertrieben oder anspruchsvoll. Sie ist eine Rose, die den Charakter Schottlands in sich trägt. Man kann sie sich vorstellen, wie sie an einer Küstenböschung standhält oder einen kargen Hang aufhellt, wo der Boden mager ist und das Wetter nie ganz zur Ruhe kommt. Selbst ihr Wuchs hat etwas Unabhängiges: Sie treibt bereitwillig Ausläufer und geht ihren eigenen Weg, als hätte sie nie viel davon gehalten, sich Grenzen setzen zu lassen.

Und dann, im späten Frühjahr und frühen Sommer, beginnt sie zu blühen.

Die Blüten sind schlicht und wunderschön offen: cremeweiße Blätter mit einem warmen Zentrum aus goldenen Staubgefäßen. Sie sind nicht die üppigen Rosetten, die wir mit Englischen Rosen verbinden, sondern etwas Älteres, Ursprünglicheres. Sie besitzen eine Ehrlichkeit, einen ungekünstelten Charme.

Burns, Romantik und die Rose in der schottischen Vorstellungswelt

Burns Night ist natürlich eine Feier zu Ehren von Robert Burns, und mit ihm feiert man das Herz Schottlands: Musik, Geschichten, Humor, Poesie und Liebe.

Es ist schwer, an Burns zu denken, ohne auch an Rosen zu denken. Er hat die Rose mit einem seiner bekanntesten Gedichte fest im kulturellen Gedächtnis verankert: A Red, Red Rose. Darin wird Liebe nicht mit etwas Dekorativem verglichen, sondern mit etwas Lebendigem, Frischem und voller Versprechen.

Und genau darin liegt der Kern. Rosen stehen nicht nur deshalb für Liebe, weil sie schön sind, sondern weil sie treu sind. Sie kommen wieder. Sie bleiben.

In diesem Sinne wirkt Rosa spinosissima wie eine besonders „Burns’sche“ Rose. Romantisch, ohne prunkvoll zu sein, widerstandsfähig, ohne hart zu wirken, und voller stiller Poesie.

  • Rosa_pimpinellifolia
  • Rosa_pimpinellifolia

Die Hagebutten: Schottlands kleines Wunder

Wenn die Blüten das sanfte Kapitel sind, dann sind die Hagebutten das unvergessliche Ende.

Nach der Blüte bildet Rosa spinosissima kleine, runde Hagebutten, die nicht wie üblich rot oder orange ausreifen, sondern zu einem tiefen Purpur-Schwarz, fast wie polierte Tinte. Sie gehören zu den ungewöhnlichsten Hagebutten in der Rosenwelt und wirken im Winterlicht beinahe surreal, als gehörten sie in ein Stillleben.

In einer Jahreszeit, in der vieles zurücktritt, schenken diese Hagebutten der Pflanze ein zweites Leben. Sie geben Struktur, Farbe und ein Gefühl von Kontinuität. Außerdem dienen sie Vögeln als Nahrung und machen die Rose damit noch wertvoller.

Eine Rose für den schottischen Garten

Das ist keine Rose für Perfektionisten. Es ist eine Rose für Gärtner, die die Natur genauso lieben wie den Garten.

Rosa spinosissima gedeiht auch dort, wo andere Rosen ins Stocken geraten, und passt besonders gut zu mageren Böden, naturnahen Pflanzungen, Küstenlagen und vogelfreundlichen Gärten. Sie bleibt niedrig, ist robust und auf eine ganz eigene Weise schön, die sich wahr und ehrlich anfühlt.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sie so gut zu Burns Night passt.
Denn Burns ging es nie um Perfektion. Es ging ihm um Geist. Um echte Dinge. Um das, was bleibt. Liebe, Lachen, Treue und Land.

Und Rosa spinosissima trägt all das in sich, in Dorn und Blüte und ihren tintenschwarzen Hagebutten.

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