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David C. H. Austin OBE
1926 – 2018

Vom Schuljungen zum Rosenzüchter

Wäre David C. H. Austin heute noch unter uns, hätte sich 2026 sein 100. Geburtstag gejährt – ein würdiger Anlass, auf ein Leben zurückzublicken, das die Welt der Rosen nachhaltig geprägt hat. Seine Reise begann nicht in großen Gärten oder Institutionen, sondern in der stillen Landschaft von Shropshire, wo Neugier, Geduld und Visionen Wurzeln schlugen.

David C. H. Austin looking at a rose
Die Saat wird gelegt

Aufgewachsen zwischen Feldern und Hecken in Shropshire, entdeckte David C. H. Austin früh seine Liebe zu Pflanzen. Wirklich entfacht wurde seine Begeisterung jedoch durch die zufällige Entdeckung einer Gartenzeitschrift in der Schulbibliothek. Ermutigt von einem aufmerksamen Lehrer nahm eine lebenslange Leidenschaft ihren Anfang.

Besuche in der nahegelegenen Gärtnerei von James Baker, einem Freund seines Vaters, hinterließen bleibenden Eindruck. Dort beobachtete David die Züchtung neuer Lupinensorten – eine Erfahrung, die den Wunsch weckte, selbst neue Pflanzen hervorzubringen. Obwohl ihm seine landwirtschaftliche Herkunft ein instinktives Verständnis für Pflanzen vermittelte, begegnete sein Vater der Welt der Zierpflanzen mit Skepsis.

Eine entscheidende Wendung brachte das Geschenk seiner Schwester zu seinem 21. Geburtstag: A. E. Bunyards Old Garden Roses. In diesem Buch fand David nicht nur Pflanzen, sondern Schönheit, Geschichte und Duft. Die Rose wurde zu seiner Lebensaufgabe.

David C. H. Austin breeding roses
Erste Triebe

In seinen frühen Zwanzigern begann David Rosen zunächst als Hobby zu kultivieren und bestellte seine ersten Pflanzen mit jugendlicher Begeisterung. Sein Interesse galt vor allem den Alten Rosen, geschätzt für ihren Charme und ihren Duft. Da jedoch die modernen Edelrosen das Gartenbild dominierten, pflanzte er einige zum Vergleich.

Auch wenn sie ihn ästhetisch wenig überzeugten, erkannte er ihre Vorzüge: eine größere Farbvielfalt und die Fähigkeit zur Nachblüte. Aus diesem Gegensatz erwuchs eine klare Idee. Hier bot sich die Möglichkeit, die Anmut und den Duft der Alten Rosen mit den Eigenschaften moderner Züchtungen zu vereinen.

David C. H. Austin in the greenhouses at David Austin HQ
Wachsende Herausforderungen

Mit Entschlossenheit begann David den mühevollen Prozess der Hybridisierung. Rückschläge blieben nicht aus. Seine ersten Sämlinge fielen einer Pilzkrankheit zum Opfer, sodass er von Neuem beginnen musste. Beharrlichkeit zahlte sich aus.

1961 stellte er seine erste Rose vor, Constance Spry (Ausfirst). Fachleute zweifelten am Erfolg dieser „altmodischen“ Blüten, und Baumschulen lehnten die Aufnahme ins Sortiment ab. Unbeirrt verkaufte David seine Rosen direkt an Gartenliebhaber und verschickte sie vom eigenen Küchentisch in Shropshire. Ergänzend bot er Alte Rosen, Kletterrosen und Rambler an.

David C.H. Austin, David J. C. Austin and Dame Judi Dench at Chelsea Flower Show
Aufblühen

Bis 1969 hatte David seine Züchtungsmethoden verfeinert und präsentierte die ersten öfterblühenden Englischen Rosen – eine Bezeichnung, die er selbst prägte. Sein Gedanke war ebenso schlicht wie naheliegend: Wenn Frankreich die Gallica-Rosen und Schottland die Scots Roses besaß, warum sollte England nicht ebenfalls eine eigene Rosengruppe haben?

Die Anfangsjahre verlangten Durchhaltevermögen. Der Wettbewerb war groß, die Mittel begrenzt. Mit der beständigen Unterstützung seiner Frau Pat und getragen von der Einzigartigkeit seiner Rosen wuchs die Beliebtheit stetig. Der Stil der Alten Rosen erlebte eine Renaissance.

David C. H. Austin meeting the Queen at Chelsea Flower Show
Wachstum und Anerkennung

Ein entscheidender Durchbruch gelang 1983 auf der Chelsea Flower Show. David präsentierte drei Englische Rosen, darunter Rosa ‘Graham Thomas®’ (Ausmas), benannt nach seinem Freund und Mentor. Die Resonanz war überwältigend. Presse wie Publikum würdigten die leuchtende Farbe und außergewöhnliche Wuchskraft.
Goldmedaillen folgten, und der David Austin Rosengarten wurde zu einem Höhepunkt für Besucher – eine Auszeichnung, die bis heute Bestand hat.

Mit dem Erfolg wuchs auch die Gärtnerei. Alte Wirtschaftsgebäude wurden durch moderne Packhallen ersetzt, baufällige Gewächshäuser durch größere, wenn auch weiterhin gebrauchte Anlagen. Der Rosengarten entwickelte sich zu einem der schönsten der Welt.

Führend in der Branche mit preisgekrönten Rosen

Davids Streben nach immer größerer Schönheit fand breite Anerkennung. 2007 wurde er für seine Verdienste um den Gartenbau mit dem OBE ausgezeichnet. Charakteristisch bescheiden sagte er:

Hinter den Rosen

Neben seiner Leidenschaft für Rosen liebte David die Literatur und die Poesie. Sein von Bücherregalen gesäumtes Wohnzimmer spiegelte einen Geist wider, der gleichermaßen von Worten wie von Pflanzen genährt wurde.

Sein erstes Buch, The Heritage of the Rose (1988), wurde gefolgt von The English Roses (1993), dem maßgeblichen Werk über seine Züchtungen. 2014 veröffentlichte er den Gedichtband The Breathing Earth, inspiriert von Natur und Lebenserfahrung.

Trotz seines weltweiten Ansehens blieb David ein zutiefst familienverbundener Mensch. Er lebte weiterhin auf der Farm in Shropshire, während das Unternehmen wuchs. 1990 trat sein Sohn, David J. C. Austin, in das Unternehmen ein. Gemeinsam führten sie die Gärtnerei zu internationalem Erfolg mit Standorten in Europa, Japan und den USA und etablierten zudem ein florierendes Geschäft mit Schnittrosen.

Nach David Austins Tod im Jahr 2018 ging sein Vermächtnis in die Hände der Familie über. Heute ist auch die dritte Generation im Unternehmen tätig. Richard, James und Olivia Austin, die Kinder von David J. C. Austin, wirken nun als Direktoren und führen Vision, Werte und die tiefe Leidenschaft für Rosen in die Zukunft von David Austin® Roses.

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